Leuchtturm 7: Werner (Burgen-) Meyer

BaZ „Thema“ 7. Februar 2011

Als wirklich positive Neuerung der BaZ empfinde ich das „Thema“, welches das neue Chefredaktionsteam mutig als Doppelseite jeweils auf die Seiten 2 und 3 stellt. Meist sind es wirklich eigene Geschichten. In erfreulicher Breite. Aktuelles Beispiel ist „Sage mir, bist Du ein guter Schweizer“ von Philipp Loser heute. Es ist sozusagen der Kontrapunkt – auch inhaltlich zum peinlichen Interview mit Christoph Blocher vom 24. Januar – ebenfalls von Philipp Loser, „der Journalist, der Somm zur Audienz begleiten durfte.“ Nicht zuletzt ist das Stück graphisch sehr attraktiv aufbereitet. Der Leuchtturm aber ist Werner Meyer, genannt „Burgemeyer“, emeritierter Geschichtsprofessor der Uni Basel. Er formuliert im BaZ-Stück, was ich sagen will:

Werner Meyer, Geschichtsprofessor (e

Jeder habe Anrecht auf einen historischen Irrtum, sagt Meyer, aber: „Der historische Unsinn, den diese Partei (die SVP) verkündet, ist kein individueller Fehler, sondern Grundlage einer Ideologie. Und da wird es bedenklich.“

„Der Grundgedanke“, den die SVP und ihr Vorbeter Christoph Blocher verbreite, „die Eidgenossenschaft habe sich immer gegen irgendwelche Grossmächte zur Wehr setzen müssen, ist Unsinn.“ Die Schweiz sei in der Politik der damaligen Grossmächte eine Marginalie gewesen (wie der Gotthard).
Das Beharren auf die alten – falschen – Bilder sei typisch für die „Volkspartei“, sagt Meyer: „Die Vorstellung eines guten Schweizers schliesst die Idee mit ein, dass seit 1291 eigentlich gar nichts mehr geschehen ist. Es ist eine ängstliche Haltung, die jede Veränderung verhindern will.“

Und dann kommt der Satz, den niemand zu sagen wagte:
„Die SVP vereint zwar einen Drittel der Stimmenden auf sich, aber wahrscheinlich nur ein Prozent der Schweizer Intelligenz. Leuten mit beschränktem Horizont und beschränktem Wissen wird von dieser Partei Angst eingejagt.“
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