Muslime: Die Hälfte geniesst den westlichen Lebensstil

Bild von Nusret Çolpan: Islamische Welt

Die allermeisten Anhänger der zweitgrössten Glaubensgemeinschaft der Welt, des Islam, sind der Meinung, die Lehren ihres Glaubens müsse nicht nur ihren Alltag prägen, sondern auch ihre Gesellschaft und die Politik. Gleichzeitig aber geniesst die Hälfte von ihnen den westlichen Lebensstil.
Dies ist die Haupterkenntnis der weltweiten Befragung des Pew Centers „Die Muslime der Welt“.

Die überwältigende Merheit der Muslime ist überzeugt, ihr Glaube führe als einziger zum ewigen Leben, und um eine moralisch wertvolle Person zu sein, müsse man an Gott (Allah) glauben. Genau dieselben Aussagen würde man wohl von gläubigen Christen, den Anhängern der nach wie vor grössten Glaubensgemeinschaft auf dem Globus, bezüglich der Bedeutung ihres Glaubens erhalten.


Doch der Prozentsatz derer, die sich Christen nennen, die einen derart starken Glauben in ihren Glauben haben, dürfte dann doch wesentlich kleiner sein, als der Anteil bei Muslimen.
Tendenziell und verallgemeinernd darf man wohl sagen, Muslime sind religiöser als Christen. Insbesondere die Trennung von Kirche und Staat, die (christlich-westliche) Philosophie, dass die Religion Privatsache sei, ist in der islamischen Welt weitgehend fremd:
Eine solide Mehrheit der Muslime spricht sich für die Einführung der Sharia in ihrem Land aus: 99% sind es in Afghanistan, 71% in Nigeria, 72% in Indonesien und 74% in Ägypten.

In starkem Kontrast dazu steht die religiöse Toleranz der Muslime. Die meisten sprechen sich für die Religionsfreiheit in ihrem Land aus. In Pakistan zum Beispiel sagen Dreiviertel der Muslime, Andersgläubige seien frei, ihren (Un-)Glauben zu leben. Gleichzeitig sind aber unglaubliche 84% der Pakistani für die Einführung der Sharia.

Mindesten die Hälfe aller befragten Muslime aller Länder machen sich Sorgen wegen ihren Extremisten. In Ägypten sind das 67%, in Tunesien ebenfalls 67% und in Indonesien 72%.

Last, but not least: 49% der Muslime dieser Welt geniessen einen westlichen Lebensstil. Ein netter Anteil daran hat dabei ein schlechtes Gewissen: 56% sagen nämlich auch, einen westlichen Lebensstil zu leben, untergrabe die Moral.

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