BaZ Verbrechenskarte: Bullshit!

Harry G. Frankfurt definiert „Bullshit“ so:
Bullshit wird produziert, wenn jemand etwas von sich gibt, ohne sich darum zu scheren, ob das Gesagte wahr oder falsch ist. Anders als bei einer Lüge werden die Tatsachen nicht einfach verdreht. Vielmehr spielt die Frage, wie sich etwas tatsächlich verhält, für den „Bullshitter“ keine Rolle. Ihm geht es lediglich darum, durch das, was er sagt, ein bestimmtes Bild (von sich) zu erzeugen.

Der Bullshitter ist diesmal die Basler Zeitung, respektive Mischa Hauswirth, ihr „Spezialist für das Grobe“,  wie Infamy schreibt.
„Bullshitting“ (US-amerikanisch): Deutsch etwa: Humbug, heiße Luft oder Mist reden.

Den detaillierte – nötigen – Verriss des BaZ-Artikels „Die gefährlichsten Orte in Basel“ überlasse ich Infamy. Doch einige zusätzliche Anmerkungen kann ich mir nicht verkneifen:


Der Artikel  erfüllt nahezu perfekt die Definition von „Bullshitting“, die sich im „Urban Dictionary“ findet: „Eine Schreibtechnik, bei der ein ganzer Artikel, oft ein Essay, auf einem einzigen, oft kleinen, irrelevanten und/oder unbrauchbaren Stück Information beruht.“
Die opulente Aufbereitung dieser Pseudo-Information mit einer halbseitigen Karte in der Printausgabe und einer „interaktiven Karte“ auf BazOnline macht Goethes alter Weisheit alle Ehre: „Getretener Quark wird breit – nicht stark“.

Man könnte über „die Analyse“ der BaZ einfach lachen – oder einfach drüber weg gehen. Doch, was die BaZ tut, ist weder lustig noch harmlos. Wie Harry Frankfurt in seinem kleinen Büchlein „On Bullshit“ schreibt, ist Bullshit nicht nur „der grössere Feind der Wahrheit als die Lüge,“ sondern „Bullshit wird meist zu einem bestimmten Zweck in die Welt gesetzt.“Und genau das tut die BaZ mit diesem Artikel: Sie gibt vor, über ein existierendes Problem in der Stadt zu  berichten: „Einige Gebiete in der Stadt stehen im Ruf, an Sicherheit eingebüsst zu haben.“ Tatsächlich kultiviert sie diesen „Ruf“, sie propagiert ihn. Der Brandstifter ruft „Fürio, es brennt“. Eine alte Technik/Taktik der Boulevardmedien und der Populisten.

Einige regen sich in Basel fürchterlich auf über die rechtsnationalen Kommentare des neuen BaZ-Chefredaktors. Die stören mich nicht so sehr. Denn in diesen Kommentaren kämpft Markus Somm sozusagen „mit offenem Visier“. Mit Pseudo-Informationen wie die „Verbrechenskarte 2010“ macht die BaZ aber auf perfide Art unterschwellig Stmmung für diejenigen politischen Kreise, die im Verdacht stehen, genau dazu die Basler Zeitung übernommen zu haben.
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