Weltwirtschaftskrise: Den höchsten Preis bezahlen – natürlich – die Entwicklungsländer

 Sie haben die Weltwirtschaftskrise (Finanzmarktkrise) nicht verursacht, aber sie bezahlen – natürlich, wiedereinmal – den höchsten Preis: Die ärmsten Länder dieser Welt. Eine Studie der grossen britischen NGO Oxfam zeigt, welch verheerenden Löcher die vom Westen verursachte Finanz- und Wirtschaftskrise in den Hauhsalten der 56 ärmsten Länder des Südens gerissen hat: 65 Milliarden USDollar Mindereinnahmen. Dies entspricht einem Rückgang der Staatseinnahmen dieser Läner um 60%. (siehe auch Artikel „Blog Steuergerechtigkeit„).

Gemäss der Oxfam-Studie haben die betroffenen Länder 2009 zunächst versucht, mit antizyklischen Ausgabensteigerungen gegenzusteuern, insbesondere im Bereich der Armutsbekämpfung. Aber jetzt seien diese Staaten gezwungen, die Ausgaben für dieses Jahr drastisch zu verringern. Betroffen sind dabei insbesondere auch die für die ärmsten Bevölkerungsschichten sensibelsten Bereiche Gesundheit, Bildung und Grundnahrungsmittel.

Welche gravierenden, auch politischen Auswirkungen das haben kann, hat eben das Beispiel Mocambique gezeigt. Dort musste heute die Regierung die Mitte August beschlossenen Verteuerungen  für Energie, Wasser und vor allem für Brot zurücknehmen. Tausende von wütenden Menschen gingen in den Armenvierteln Maputos auf die Strasse („Aufstand der Armen“), um sich gegen die Erhöhung der Preise auf Grundnahringsmittel zu wehren. Die Polizei liess scharf auf die Demonstarnten schiessen. Es gab 7 Tote.

Ãœbrigens: Der grosse Erfolg der Mobilisierung der Menschen für die „Brotkrawalle“ in Mosambik wird dem Einsatz von SMS zugeschrieben:
Das Mobiltelefon ist in den Entwicklungsländern inzwischen das mit Abstand wichtigste Kommunikationsmittel. Die Telefone sind sehr billig, und praktisch alle Menschen, auch die sehr armen, verfügen über ein Handy.
Im Vorfeld der Uuruhen haben praktisch alle Telefonbesitzer in Mapto/Mosambik  ein anonymes SMS erhalten:
„Mosambikaner, macht Euch bereit am grossen Streiktag teilzunehmen. Lasst uns gegn die Erhöhung der Preise auf Energie, Wasser, Minibusse und Brot potestieren. Sednet dieses SMS weiter an andere Mosambikaner.“  

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