Leuchtturm: „No Direction Home“ Scorsese’s Bob Dylan-Film

Es gibt Momente, an denen ich innehalte, bei denen ich mich auf das, was mir aus den Medien entgegenkommt, wirklich einlasse. Gestern Abend war wieder so ein Moment. Zufällig hatte ich in die „Gleich“-Ankündigung von Arte für den Dokumentarfilm von Martin Scorsese über Bob Dylan aus dem Jahr 2005 reingezappt. Es ist spät geworden.

Irgendwo gegen Ende des mehr als dreistündigen Films sagt jemand sinngemäss, es gebe viele Leute, die Bob Dylan lieben, aber eigentlich gefalle ihnen nicht wirklich, was er tut/tat.
Vielleicht gehöre ich zu diesen Leuten.

Ich habe den Film vor 10 Jahren nicht gesehen. Gestern Nacht wurde mir bewusst: Bob Dylan’s Geschichte, ist auch Teil meiner Geschichte. Dylan ist zwar 15 Jahre älter als ich, aber seine Kultur, die Kultur, die er verkörpert, obwohl er sich immer gerne dagegen gewehrt hat, hat mich geprägt.

Noch immer finde ich, Dylan singt schrecklich – Ausnahme „Oh Mercy“ 1989″. Doch er ist schlicht eine Ikone (m)einer Generation. Und erneut wird mir bewusst, wie amerikanisch geprägt meine Kultur ist, obwohl ich mich jahrelang dagegen gewehrt habe, dies zu akzeptierem. Die Musik ist nur Aspekt dieser Prägung.

Scorsese’s Dylan-Film ist noch 6 Tage auf Arte-TV zu sehen.

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