Krieg um das Wasser des Nils?

„Wer mit dem Nilwasser spielt, erklärt uns den Krieg.“ Schon vor mehr als 20 Jahren gab der damalige ägyptische Präsident Sadat den Staaten am Oberlauf des Nils den Tarif durch.
Jetzt könnte es soweit sein. Heute haben 4 Staaten der Nile Basin Initiative (Äthiopien, Uganda, Ruanda und Tansania; Kenia hat seine Unterstützung signalisiert) einen neuen Vertrag für die Nutzung des Wassers des Nils unterzeichnet. Gegen den Willen der mächtigen Staaten am Unterlauf, für die die Nutzung des Wasser lebenswichtig ist: Sudan und Ägypten. Seit Tagen hatte vor allem Ägypten heftig gegen den Vertrag gekämpft.

Jahrtausendelang war die Nutzung des Wassers durch die Menschen im grossen Gebiet der Nilquellen vernachlässigbar. Doch heute machen die Staaten im Quellgebiet der Grossen Seen in Zentralafrika (Kongo, Uganda, Ruanda, Tansania, Kenia) und am Oberlauf (Äthiopien) einen viel grösseren Eigenbedarf geltend.
Offiziell sind das die wichtigstens Gründe:

  • zunehmenden Industrialisierung
  • Modernisierung (Elektrizität)
  • Bevölkungsexplosion, welche den 
  • Bedarf an Nahrungsmitteln massiv erhöhte hat und
  • Erwärmung des Klimas und Trockenheit

Nicht nur für die Landwirtschaft (Bewässerung) brauchen die Länder heute viel mehr Wasser, sondern auch für die Energieproduktion. 

Es gibt Pläne für grosse Staudämme vor allem in Äthiopien. Dabei geht es in Äthiopien (86% des Nilabflusses, der Ägypten erreicht, stammt von der äthiopischen Hochebene) nicht nur um den Eigengebrauch, sondern auch um Geld:

Wasser ist ein knappes Gut, weltweit. „Die Araber verkaufen ihr Oel für teures Geld, warum sollen wir ihnen unser Wasser gratis geben?“ fragen die Äthiopier inoffiziell, wie Mohammed Vall im Al Jazeera- Video berichtet:
Es droht eine heikle politische Auseinandersetzung. Von Krieg war aber bisher noch nicht die Rede. Tatsächlich müssen die Ägypter vorsichtig sein, denn die Staaten am Oberlauf haben auch heimliche Verbündete im arabischen Raum: Seit einigen Jahren kaufen insbesondere die Wüstenstaaten der arabischen Halbinsel riesige Flächen Land unter anderem in Äthiopien, um Nahrungsmittel für ihren Heimmarkt zu produzieren. Mit dem Land kaufen sie auch die Wassernutzung. 
Sie sind ebenfalls auf die zunehmende Bewässerung ihrer Ländereien am Oberlauf des Nils und die Energie aus der Wasserkraft angewiesen.


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