Blog-Tipp: Unprofessional Foul

Auf die Gefahr, bei echten Fussball-Fans Wasser in den Rhein zu tragen, möchte ich heute für einmal auf einen Fussballblog hinweisen: Unprofessional Foul.
Einiges finde ich bemerkenswert an dem Blog:
Neben allerlei Geschichten rund um die Aktualität aus der britischen Fussballszene – was mich persönlich weniger interessiert -, bringt Unprofessional Foul (UF) immer wieder spannende Geschichten aus dem sportpolitischen Umfeld:
Zum Beispiel zur Fussball-WM in Südafrika. Zuletzt die Geschichte „FIFA… They’ll Even Unermin Your Own Sovereignty“, welche sich kritisch mit der Steuerbefreiung der FIFA und ihrer Partner bei der Vermarktung in Südafrika befasst.
Oder die Story über die vorübergehende „Entfernung“ der Bettler aus Kapstadt in eine spezielle Siedlung (Camp) 20 Kilometer ausserhalb der Stadt, damit die auswärtigen Fans ja keinen „schlechten Eindruck“ von Südafrika erhalten: „At Least They Are Putting Their Own into Camps“.

Auch eher speziell: UF ist eine US-amerikanische Site. Die Macher sind Amerikaner.
Die USA ist eines der wenigen Länder, in denen der Fussball nicht die dominierende Sportart ist. Jedenfalls nicht im Bereich Männerfussball. Anders ist das bei den Frauen. Überhaupt ist Fussball de facto auch in den USA eine Massensportart. Sehr häufig wird an Colleges und in immer mehr Hinterhöfen und Parks gespielt. Nicht zuletzt die vielen Zuwanderer aus Europa, Afrika und vor allem aus Lateinamerika infiltrieren die amefrikanische Gesellschaft mit Fussball.
Häufig sind es auch Intellektuellen-Kreise, die angefressene Fussball- („Soccer“-) Fans sind. Sie verfolgen insbesondere den britischen Fussball, und sind dabei immer mehr  nicht nur auf die europäischen Programme angewiesen, die sie über Satelliten empfangen. Auch die amerikanischen Sportkanäle FSC, FSP und ESPN übertragen immer häufiger Fussball (vor allem) aus Europa.

Die Fussball WM 1994 in den USA hat zwar nicht den erhofften Boom in Amerika gebracht, aber der weltweit grösste Sportanlass  (man sagt offiziell zwar: „… zusammen mit den Olympischen Spielen wichtigster …“) gewinnt jetzt definitiv auch in den USA an (kommerzieller) Bedeutung, wie UF in einem der jüngsten Blog-Post zufrieden konstatiert:

„Es ist toll festzustellen, dass Fussball jetzt auch zum Mainstream in der TV-Kultur geworden ist. Weil FSC, FSP und ESPN Fussball jetzt ernst nehmen (oder ernster als früher), ist es heute unmöglich, das Welt-Spiel zu verpassen.“ „Und weil die zunehmende Fokussierung auf den besten Fussball (den europäischen; Contextlink) und nicht auf das amerikanische Produkt (Major League Soccer/MSL), gehen die (amerikanischen) Zuschauer mit mehr Fachwissen in die diesjährige Weltmeisterschaft als je zuvor.“

Untrügliches Zeichen auch für Unprofessional Foul, dass Fussball/Soccer jetzt auch in den USA ankommt, ist die Bedeutung, die US-amerikanische Grosskonzerne/Marken, dem Anlass WM2010 in Südafrika geben: Von Budweiser über Coca Cola/Powerade bis McDonalds, die alle Hauptsponsoren der FIFA sind. (Dazu aber mehr in einem späteren Blog. Hoffentlich).

Die Macher von UF ziehen es vor, anonym zu bleiben. Es gibt weder ein Impressum, noch ein „About Us“. Doch auf meine Zuschrift an die Kontaktadresse habe ich prompte und sehr sympathische Antwort erhalten. Sie hätten „mit der Idee rumgespielt“, die Anonymität aufzugeben, schreibt mir einer der Editors, aber zu den UF-Leuten gehörten auch Juristen, die dies nicht wollten, und dafür könne er sie nicht kritisieren. Auch ich nicht. Die Texte sprechen für sich.

Contextlink wird jedenfalls Unprofessional Foul auch als Quelle für spannende Stories verwenden.

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