Mali: Saudiarabien in die Pflicht nehmen

Eine breite „globale Unterstützung“ für den Krieg gegen die Islamisten in Mali fordert die Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten ECOWAS: Die UNO soll den geplanten Einsatz der ECOWAS mit 5800 Soldaten bezahlen und nicht nur Frankreich, sondern auch andere westliche Staaten wie Deutschland müssten Kampftruppen stellen.
Gemäss der offiziellen, international breit akzeptierten Rechtfertigung für den Krieg geht es darum, dort am Südrand der Sahara nicht eine neue Zentrale des globalen islamistischen Jihads entstehen zu lassen. Unmittelbar bedroht wären Afrika und Europa. Wer am meisten von der Zerschlagung der Islamisten in Mali profitiert, soll den grössten Beitrag leisten – mit Geld und Soldaten. Die Forderung der Afrikaner ist mehr als verständlich. 

Kein Verständnis habe ich aber dafür, dass der Westen seinerseits jetzt nicht endlich die Saudis in die Pflicht nimmt.

Saudiarabien ist zwar nicht bedroht vom salafistischen Terror aus Afrika, ist aber ganz wesentlich für ihn verantwortlich.

Seit Jahrzehnten spielt der „wichtigste Partner des Westens in der arabischen Welt „ im „Kampf gegen den Terror“ ein verheerendes Doppelspiel. Auch die salafistischen Extremisten in Mali, die jetzt in die Schranken gewiesen werden sollen, sind ganz wesentlich von den Saudis finanziert, wie praktisch alle anderen islamistischen Terrorgruppen, die den Westen und alle „Ungläubigen“ bedrohen – von der Al Qaida über die Taliban bis hin zu den AQMI im afrikanischen Sahel. Der Grossteil der „Gotteskrieger“ und nicht zuletzt ihre Anführer wurden und werden seit Jahrzehnten in Koranschulen und Terrorcamps vor allem in Pakistan/Afghanistan für den Jihad geschult, welche ursprünglich vom pakistanischen Geheimdienst mit kräftiger finanzieller Unterstützung der Saudis – und der CIA – für den Kampf gegen die Sowiets in Afghanistan eingerichtet wurden. Auch Mokhtar Belmokhater, der Kopf der Terroristen, die den Abschlag auf das BP-Gasfeld in der algerischen Wüste durchgeführt haben, gehört dazu.

Die Schlüsselrolle, die Saudiarabien und seine führenden Clans (u.a. den bin Ladens) im globalen Jihad spielen, ist kein Geheimnis. Nicht nur für die Mittäter in den westlichen Geheimdiensten. Es gibt inzwischen auch jede Menge von asiatischen, arabischen und „westlichen“ Publikationen dazu.

Warum nimmt die „internationale Gemeinschaft“ die Saudis nicht in die Pflicht, sich wenigstens aktiv daran zu beteiligen, das Problem, das sie angerichtet haben, soweit wie noch möglich einzudämmen? Warum fordert die Welt vom saudischen Königshaus nicht ultimativ:

A) Sofortiger Stopp aller finanzieller und militärischer Unterstützung für alle (sunnitischen-wahhabistischen) Jihadisten dieser Welt.
B) Aktive Unterstützung des Kampfes gegen die Jihadisten in Mali und überall auf der Welt – finanziell und militärisch.

Finanziell:
Es würde genügen, die nach wie vor in den Jihad fliessende Geldmittel aus Golf (acuh Qatar hat Dreck am Stecken) statt FÜR, jetzt GEGEN die islamistischen Terrororganisationen einzusetzen, um das Problem rasch zu beenden.

Militärisch:
Das fundamentalistische Königshaus Saud verfügt über eine bestens bewaffnete und ausgebildet und im Wüstenkrieg geübte Berufsarmee von 230’000 Mann. Saudiarabien ist eine militärische Grossmacht. Mit einem Militärbudget von 59 Milliarden US Dollar sind die Saudis zurzeit die Nummer 5 weltweit. Sie geben mehr Geld aus für ihre Armee als Frankreich oder Grossbritannien oder Iran.

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