"Wir werfen unsere Zukunft weg." UP-DATE

UP-DATE am Schluss des Artikels.

Schon lange nichts mehr über Cradle to Cradle gehört! Jetzt gibt’s einen neuen Film des WDR darüber. Leider ohne Embedding-Code, aber hier kann man ihn ansehen: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3817370

Ich bin immer noch verblüfft: Das Prinzip ist so schlagend logisch. Ich kann einfach nicht verstehen, warum sich Cradle to Cradle nicht schon längst durchgesetzt hat. Wo mag bloss der Haken sein?

Wie schon der alte holländische Film „Abfall ist Nahrung“ stellt auch der WDR-Film Firmen vor, die nicht aus grünem Idealismus nach dem Cradle to Cradle-Prinzip produzieren, sondern aus kommerzieller Ueberlegung: Günstiger produzieren, einen Wettbewerbsvorteil haben. „Es ist gut für das Gewissen, aber vor allem gut fürs Geschäft“, sagt der Repräsentant des Elektronikherstellers Philips, zufrieden grinsend in dem Film.

Mit fast allen Produkten, die wir nach Gebrauch wegschmeissen, werfen wir auch teils sehr wertvolle Rohstoffe fort. Viele dieser Rohstoffe (z.B. Oel, Kupfer, Coltan, usw.) sind endlich. Sie werden knapp und immer teurer. Dabei könnten wir sie wieder verwenden:
„Abfälle sind Ressourcen.“ Wer schon bei der Herstellung von Gütern, Materialien verwendet, die zu 100 Prozent ohne Wertverlust wiederverwertbar sind, kann auf die Länge billiger produzieren, weil er nicht ständig neue Rohstoffe kaufen muss.

„Die Produzenten werden zu Ressourcenbanken“, sagt der Cradle to Cradle-Erfinder Michael Braungart. „Je mehr die Firmen herstellen, desto reicher werden sie.“

Und wer käme schon auf die Idee, diese kommerziell und ökologisch so wertvollen Ressourcen wegzuschmeissen? Wenn wir diese Ressourcen – wie wir das heute tun – einfach wegschmeissen oder im besten Fall verbrennen, „werfen wir unsere Zukunft weg“.

UP-DATE:
Habe inzwischen etwas weiter gesurft im Netz und musste lernen, dass da schon mehr gegangen ist, als ich als Durchschnittskonsument mitbekommen habe: Auf der Homepage von Braungart’s Cradle to Cradle – Firma EPEA habe ich gelesen, dass der bisherige EPEA-Geschäftsführer, der Schweizer Albin Kälin, inzwischen in der Schweiz eine EPEA Switzerland – Filiale aufgemacht hat. Seit Januar betreut er jetzt ganz gezielt die Schweiz und Oesterreich mit bereist 12 Mitarbeitern von Bäch/SZ aus, hat er mir eben am Telefon erzählt. Und auf der EPEA Switzerland Homepage sehe ich, dass inzwischen sogar das NZZ-Folio und das Schweizer Fernsehen (im vergangenen Oktober) Cradle to Cradle entdeckt haben. Und natürlich auch Albin Kälin:

Einstein vom 08.10.2009

… à suivre ….

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