Berichterstattung Pakistan: "Den Tod verdaubar machen."

Quetta (Pakistan) 10.1.2012 (Bild: LUBP)

Das Jahr 2013 hat übel begonnen in Pakistan. Es scheint die düsteren Prognosen definitiv wahrmachen zu wollen. Die Schreckensmeldungen häufen sich und die Bilanzen der täglichen terroristischen Anschläge sind so gravierend, dass die News aus Pakistan sogar wieder Eingang in unsere Medien finden. Die Bilanz des gestrigen Tages: 137 Tote (115 Quetta, 22 Mingora, …???).

Der Tod droht das Leben in Pakistan zu ersticken, schreibt Rafia Zakaria heute in der Kolumne des „Dawn“ … und das herrschende Establishment inszeniert sein pseudo-demokratisches Polit-Theater.

Wer heute über Pakistan schreibe, schreibt die junge Autorin, sei gezwungen ständig über den Tod zu schreiben. Ihre Kolumne „Of Deaths and Marches“ ist so erschreckend wie lesenswert. Sie beginnt so:

„Der Tod ist überall: in der Hustensirupflaschen, in der Erste-Hilfe-Box des Gesundheitspersonals, im Snookerclub an der Alamdar Strasse in Quetta, auf der Autobahn in Karachi. Der Tod lauert an der Strassenecke, wenn Du dein Mobiltelefon nicht rasch genug herausgibst, auf der Fensterbanken des Bürogebäudes, in einer Streiterei vor dem Haus, in Slums und in Vororten. Ãœber Pakistan und für Pakistanis zu schreiben, heisst über den Tod schreiben, den Tod verdaubar machen; über den Tod in grossen Dosen, die einem im Hals stecken bleiben, über den Tod, der die Lebenden abzustumpfen droht, bevor sie sterben. Der Tod der verflucht und tötet und blutet und weint, sich aber weigert zu enthüllen, welches gemurmelte Gebet wenigsten eine kurze Ruhepause gönnen könnte in dieser Zeit des ständigen Endens.“

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