Sport: Der Nationalismus feiert Urständ

Zuerst die Fussball-Europameisterschaft, jetzt die Olympischen Spiele. Meine Abneigung gegenüber Nationalhymnen und Nationalflaggen hat sich inzwischen zur Phobie gesteigert.
Nirgends feiert der Anachronismus des Nationalismus fröhlichere Urständ als im Sport. Ganz unpolitisch liegt „die wichtigste Nebensache der Welt“ einmal mehr im Bett mit den Nationalisten.

Eigentlich sind Sportanlässe ja ein Prototyp der globalisierten Kultur – und des globalisierten Business. Weltweit trainieren Menschen nicht nur dieselben Sportarten, weltweit fiebern die Konsumenten an den Bildschirmen.
Messi oder Ronaldo – ja, vorallem die Fussballer – sind die Vorbilder der Jugend weltweit. Egal in welchen Slum in der Welt man geht, ob in Rio, Nairobi oder Djakarta: ein Messi-Shirt sieht man überall.

Die Hauptsponsoren der kommerziellen Sportgrossereignisse sind klassische Multis und die grossen Internationalen Verbände (häufig mit steuergünstigem Sitz in der Schweiz), welche Milliarden absahnen, entziehen sich nicht nur jeder demokratischen Kontrolle, sondern immer offensichtlicher auch jeder Gesetzgebung oder Ethik.

Der Nationalismus scheint diesem globalisierten Business offenbar als geeignetes Vehikel, um die Massen zu erreichen. Mich wundert, warum sich internationale (globalisierte) Top-Athleten dazu hergeben. Ich verstehe die Topgolfer wie Spieth oder Scott oder Wawrinka, wenn ihnen ihre „normale“ Saisonplanung wichtiger ist, als Olympia.

Am Fernsehen spielt grad England gegen Italien Tennis: GBR vs IT. Bullshit: natürlich Murray gegen Fognini.

Befreit die Sportler von der Politik und den Politikern und ihrem schändlich-schädlichen Nationalismus. Rettet sie vor den Funktionären und deren pseudo- „sauberen“ Reglementen.

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