„Ist der Ruf erst ruiniert, …“ oder Information hilft nicht

Täglich gehen via meine Twitterbox (attraktiv aufbereitet über Flipboard) neue Horrorgeschichten über den mächtigsten Mann der Welt ein. Nicht das, was in der Tagesschau kommt, sondern Hintergründe über die Schein-Welt, in der Donald Trump lebt, Informationen darüber, wie er die Welt wahrnimmt, wie er denkt und funktioniert. Heute haben ich diesen Artikel in meinem Flipboardarchiv abgelegt: „A Look how Trump gets his News:

Dazu 6 Anmerkungen:

1. Ich bin überzeugt, die erschreckenden Informationen des Artikels stimmen: Trump lebt in einer engen Echokammer. Ihn erreichen nur stark und einseitig gefilterte Informationen, die ihm sein beschränktes Weltbild bestätigen und ihn die Tragweite und die Konsequenzen seiner, ausschliesslich dem kurzfristigen (medialen) Effekt dienenden, Entscheide nicht erkennen lassen.

2. Die Informationen stammen aus dem innersten Kreis des Weissen Hauses um den Präsidenten. Es ist eine neue Indiskretion, die wie die früheren das Ziel verfolgt, Trumps Ruf zu zerstören. Diese Indiskretionen nähren (auch bei mir) die Hoffnung, dass eine Art Palastrevolte möglich ist; dass Trump vom „innern System“ wie wir es aus dem populären US-Serien wie „House of Cards“ kennen, besiegt und beseitigt werden wird.
Allerdings muss die Palastrevolution rasch stattfinden. Trump ist ja, ebenso fast täglich daran, sein näheres Umfeld von unliebsamen Elementen zu säubern.

3. Auf Grund der täglich veröffentlichten Infos, die dank dem Internet nicht nur der ganzen Welt, sondern vorallem auch allen Amerikaners zugänglich sind, müsste man annehmen, dass Donald Trumps Tage als mächtigster Mann der Welt gezählt sind. Sein Ruf wird immer weiter untergraben. Doch:

4. Diese Informationen erreichen nur diejenigen Kreise, die ihre Meinung über Trump längst gemacht haben: Er ist nicht nur ein unwürdiger, sondern auch ein äusserts gefährlicher Präsident. Sie leben, wie ich, auch in einer Echokammer. Um bei diesem Beispiel von heute zu bleiben: Ich habe die Information via „BusinessInsider“ erhalten, dessen Twittermeldungen ich abonniert habe. Der BusinessInsider hat einen Artikel von „Slate“ übernommen und bloss einen neuen Titel gesetzt. Das Stück von Slate basiert wiederum auf einem Artikel, den Shane Goldacher für  das Magazin Politico geschrieben hat.
Die täglich neuen Horrorgeschichten klären nichts mehr auf, sie bewirtschaften nur die andauernde Empörung der bereits Empörten.
Wenn die Informationen von den Trumpanhängern überhaupt wahrgenommen werden, dienen sie ihnen nur dazu, ihr Urteil zu bestätigen: Die linke Lügenpresse in Verbindung mit den ausländerfreundlichen Politkreisen versuchen Trumps Mission zu behindern: Make Amerika Great again.
Erst wenn Fox-News oder andere (lokale) den ultrarehcten Nationalisten nahestehende Meiden, welche als einzige bei den Bushanhängern eine Glaubwürdigkeit besitzen, beginnen, kritisch über Trump zu berichten, besteht die Hoffnung, dass der Trumpismus noch aufgehalten werden kann.

5. Die Medien (nicht zuletzt auch die linken, amerikanischen) machen sich mitschuldig. Sie bestärken de Effekt den sie beklagen. Der „Appell an Journalisten und ihre Konsumenten“, ein höchst beachtenswerter Artikel in der (Basler) Tageswoche, gilt auch für das Thema Trump.

6. Mir graut’s.

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