Verräterische Sprache der SRF-Tagesschau?

Immer wieder erschrecke ich über die Sprache des Schweizer Fernsehens SRF.
Ich empfehle den Verantwortlichen der Newssendung von SRF dringend, nicht nur Elisabeth Wehlings gescheites Buch „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet  und daraus Politik macht“ zu lesen, sondern appelliere auch an ihre Verantwortung, ihre Mitarbeitenden zu eine sprachlichen Haltung zu verpflichten.
Das Beispiel in der Tagesschau heute: Theresa May sagt an der Münchner Sicherheitskonferenz „… to keep our people safe“ – Die Tagesschau macht aus dieser normalen, politisch neutralen Aussage „… um unsere Leute zu schützen“, die tendenzielle, nationalistische Aussage: „… um unsere Völker zu schützen.“
Ich glaube nicht, dass der zuständige Tagesschauredaktor Frau May raffiniert-versteckt die nationalistische Aussage unterjubeln wollte. Diese Übersetzung verrät wohl eher
a) bestenfalls: die Naivität und Unprofessionalität des Redaktors und seines diensthabenden Tageschefs, weil ihnen passiert, wovor der Klappentext des Buches warnt: dass „sie in die Denk- und Sprachfallen ihrer Gegner tappen“.
und/oder
b) schlechtenfalls: dass man bei der Tagesschau das Gedankengut dieser „Gegner“ teilt.

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