Bad News aus dem Kongo für die Zukunft der Elektroautos

Die Preise für Elektroautos drohen teurer zu werden als gehofft/geplant. Der Grund: Der Preis für Kobalt, eines der wichtigsten Metalle in den Batterien der Elektroautos, dürfte ab morgen massiv steigen.

Kobalt ist ein knappes Gut. Die Autokonzerne reissen sich darum. Und deshalb ist Kobalt schon in den letzten Monaten massiv teurer geworden. Die Demokratische Republik Kongo (DRC) ist weltweit der mit Abstand grössste Kobaltlieferant – und die Firma Glencore, mit Sitz in Zug, der mit Abstand wichtigste Kobaltproduzent und -händler.

Ivan Glasenberg, CEO Glencore International

Voraussichtlich morgen Freitag wird der kongolesische Präsident Joseph Kabila eine drastische Erhöhung der Abgaben auf den Rohstoffabbau in kongolesischen Minen bekannt geben.
Vergeblich haben die Konzernchefs der grössten Kobalthändler, unter ihnen Ivan Glasenberg von Glencore, gestern versucht, Kabila noch umzustimmen.
Das wird nicht nur Glencore hart treffen, sondern die gesamte Batterienindustrie und nicht zuletzt die Produzenten und schliesslich die Käufer von Elektroautos:
Forbes bezeichnet Kobalt als „Die Achillesferse der Elektroautoindustrie“. Und Robert Stewart, kanadisch-schweizerischer Spezialist für das Rostoffbusiness und Autor des nie umgesetzten Masterplans für den Kongo der Firma Bechtel Corporation, sagt gegenüber Contextlink: „This will kill the price of cobalt and put battery cars ten years behind again.“
Auf seinem Blog liefert Stewart spannende Hintergründe.

Einige Drittwelt-NGOs werden die Erhöhung der Abgaben auf Rohstoffe als gute Entwicklung begrüssen. Leider aber droht diese Steuererhöhung auf den Kobaltabbau im Kongo nicht nur die (auch von diesen NGOs begrüsste) Entwicklung weg von fossilen und hin zu CO2-armen Treibstoffen zu gefährden.
Vorallem ist zu befürchten, dass die zusätzlichen Einnahmen nicht (wie es die NGOs hoffen) der darbenden kongolesischen Bevölkerung zugute kommen, sondern in den Taschen des korrupten Präsidenten und seiner Klientel enden werden. Stewart schreibt in einem Mail an Contextlink: „If Kabila’s alters the mining code just to fill his pockets, none of the benefits will flow to the + 50 million people of DR Congo, only to him personally – just like Mobutu Sese Seko.“ Diese grossen, neuen Geldsummen aus den neuen Minensteuern „will NOT build roads, railways, hospitals, schools, etc..“

Ein solcher starker Preisanstieg führe in der Regel früher oder später zu einem Crash, schreibt Stewart, bevor sich der Preis wieder auf einem normalen Niveau einpegelt. Dies mag eine Hoffnung für die Zukunft der Elektroautoindustrie sein, sicher aber nicht für die Bevölkerung des Kongo. Bis es so weit ist, „the miners have left and the mines are closed. It takes 20 years to go back to open them again. Most never do.“

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