Mehr Nahrung auf weniger Land produzieren.

(Bild: Wikipedia)

Die grosse Herausforderung unserer Welt heisst: Bis in 30 Jahren 10 Milliarden Menschen ernähren – ohne dabei die Umwelt zu zerstören.
Das ist möglich, sagt die bisher wohl umfassendste und breitest abgestützte Studie: World Resources Report: Creating a Sustainable Food Future : „We can feed everyone without increasing emissions, fueling deforestation or exacerbating poverty.“

Das optimistische Fazit der Studie ist ein wohltuender Kontrast inmitten all der apokalyptischen Szenarien, die bei uns verbreitet und politisch bewirtschaftet werden. Doch die Studie, welche das World Resources Institute (WRI) in Zusammenarbeit mit der Weltbank, der UNO-Organisationen für Umwelt und für Entwicklung und den französischen Forschungsanstalten CIRAD and INRA erarbeitet hat, setzt ein grosses Aber hinter ihre Aussage, welches die New York Times so formuliert:
The report warns that the world’s agricultural system will need drastic changes in the next few decades in order to feed billions more people without triggering a climate catastrophe.

Der World Resource Report (Zusammenfassung hier) listet ein ganze Reihe von Massnahmen als Bedingung für diese „drastische Veränderung“ auf, aber zentrale Botschaft heisst: Die Welt muss mehr Nahrung auf weniger Fläche produzieren.

Dies ist eine Botschaft, die der traditionellen Grünen Bewegung, welche bei uns die öffentliche Meinung dominiert, mit Sicherheit nicht schmecken wird, weil sie eine klare Absage an deren identitätsstiftende Dogma „Züruck zur Natur“ und „Biolandwirtschaft“ ist – zumal das WRI auch die Gentechnik als ein wichtiges Mittel zur Erreichung des Ziels erachtet.

Der World Resource Report liegt ganz auf der Linie der neuen grünen Bewegung der „Ökomodernisten“. Doch der Report zeigt auch auf, dass es druchaus viele Gemeinsamkeiten auf dem Weg zum (hoffentlich) gemeinsamen Ziel gibt.

  1. Reduktion des Wachstums der Nachfrage nach Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten;
  2. Steigerung der Nahrungsmittelproduktion ohne Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzfläche;
  3. Nutzung von Flächen, die (wegen der Intensivierung der Nahrungsmittelproduktion; ndlr) weniger landwirtschaftlich genutzt werden, zum Schutz und zur Wiederherstellung von Wäldern, Savannen und Mooren;
  4. Erhöhung des Fischangebots durch verbessertes Management der Wildfischerei und durch Aquakultur; und
  5. Verringerung der Treibhausgasemissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion.

Zu alle diesen Punkten liefert die Studie des WRI jede Menge an Daten und Erläuterungen (alle Details hier). Dabei spielt durchaus auch der Begriff „Verzicht“ eine wichtige Rolle. Allerdings wird dieser Verzicht primär von den Konsumenten, die schon heute jeden Tag satt werden, verlangt, weniger von den Massen der Armen im „Globalen Süden“.
Nicht zuletzt geht es um den Fleischkonsum:

„Ruminant livestock (cattle, sheep, and goats) use two-thirds of global agricultural land and contribute roughly half of agriculture’s production- related emissions. Ruminant meat demand is projected to grow by 88 percent between 2010 and 2050. Yet, even in the United States, ruminant meats (mostly beef) provide only 3 percent of calories. Closing the land and GHG mitigation gaps requires that, by 2050, the 20 percent of the world’s population who would otherwise be high ruminant-meat consumers reduce their average consumption by 40 percent relative to their consumption in 2010.“

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