Leuchtturm: Nassim Taleb: genial und schwatzhaft

imm7_Ozux.50„Ein größenwahnsinniges – aber auch irgendwie großartiges Buch“, schreibt die Süddeutsche über Nassim Talebs neues Buch „“Antifragilität“, über das ich mir hiermit vornehme, mehrere Artikel hier auf Contextlink zu posten.
Dieser erste Post soll nicht über den Inhalt, sondern über die Lust am Lesen dieses in jeder Beziehung „irgendwie grossartigen“ Buchs sein.

Zunächst: Taleb ist ein selbstverliebter Schwätzer, wie alle Philosophen.
Der erste Teil seines Buches dekliniert eigentlich eine Aussage, die Allgemeingut aller Haudegen ist: „Was mich  nicht umbringt, macht mich stark.“

Meist hat man längst begriffen, was er sagen will, aber er hört nicht auf, seine Botschaft zu erläutern und auszuschmücken. Aber meist lohnt es sich. Nicht zuletzt wegen seinem offensichtlichen Ergeiz, dem Leser seine Originalität und seine Fabulierlust zu demonstrieren : Er findet immer wieder populistische Erklärungen zur Illustration seiner Thesen und – vorallem – es gelingen ihm häufig wunderbare Bonmots. Immer, wenn sich der Eindruck des „Jetzt wird es aber arg breit“ einstellt, kann man sich an einer seiner drastisch-schrägen Formulierung verlustieren bis begeistern.

Vorallem aber geht er inhaltlich dann bald viel weiter als das krude „Was mich nicht umbringt, …“

Und seine offen deklarierten Feindbilder sind wunderbar erfrischend plakativ und ungerecht. Ich gehöre zur Gattung seines Lieblingsfeindbildes: Die Lobbyisten. „Diese Mutanten, deren Existenzzweck darin besteht, die Demokratie zugunsten einiger Grossunternehmer zu manipulieren.“

Dringende Leseempfehlung.

 

 

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