Kreuzzug: Schwieriger Brasilien-Dreh

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Die Dreharbeiten zum dritten Teil unseres Dokfilms „Kreuzzug“ in Brasilien gestalten sich noch schwieriger als erwartet.

Die Leute, die wir treffen und auf die wir angewiesen sind, sind ausnahmslos überaus herzlich und hilfsbereit. Aber die Kommunikation ist schwierig.
Dies beginnt bei der Sprache, weil kaum jemand etwas anderes als Portugiesisch spricht. Dazu sind die brasilianischen Netze, sei es Telefon oder Internet, häufig überlastet und funktionieren schlicht schlecht. Es ist schon schwierig, an die rchtigen Leute zu gelangen.

Noch schwieriger ist es, einen Termin in den kurzen Fristen zu erhalten, die wir haben – und auch wenn wir mal einen Termin abmachen können, ist es noch lange nicht sicher, dass er auch stattfindet. Gründe, ihn kurzfristig nicht einzuhalten oder auf später zu verschieben, gibt es viele.

Nicht zuletzt müssen wir auch hier in Brasilien eine mächtige Wand des Misstrauens uns „Journalisten“ gegenüber überwinden. Wie auch schon in Afrika sind die Menschen an der Basis sehr zugänglich und offen, ihre Vorgesetzten aber skeptisch-misstrauisch. Diese Haltung kann man den Kirchenoberen nicht wirklich vorwerfen, denn sie haben alle schon mehrfach negative Erfahrungen gemacht mit Journalisten, welche sich zunächst bei ihnen angebiedert haben, um dann umso indifferenziert-populistischer über sie zu berichten.

Dank der Vermittlung von Marcio und Andressa haben wir eine für unsern Film hervorragende Figur gefunden: Débora, Laienpredigerin in einer kleinen Kirche in einer der weit abgelegenen Vorstädte von Rio de Janeiro. Zusammen mit einer Gruppe von Gläubigen wird sie am kommenden Wochenende auch nach Sao Paulo zur grössten Massenversammlung der Evangelikalen weltweit reisen, zur „Marcha para Jesus“ mit mehreren Millionen Teilnehmenden.

Alles schien perfekt zu laufen. Doch inzwischen hat Debora wohl unter Druck ihrer Obrigkeit schon zweimal das ganze Programm abgesagt, um dann nach Fürsprache von uns wohlgesinnten Kreisen doch wieder zuzusagen.
Aktuell steht das Signal wieder auf grün. Wir haben inzwischen das Plazet der obersten Medienverantwortlichen der Kirche in der Zentrale in Sao Paulo eingeholt. Wir hoffen, um nicht zu sagen „beten“, dass die Zustimmung heute abend auch noch gilt, wenn wir zum nächsten Dreh abgemacht haben.

Auf dass wir nicht nur mit ein paar hübschen touristischen Bildern nach Hause kommen, die wir gestern auf einem eindrücklichen Heliflug rund um die Christus-Statue und über die Strände Rios machen konnten.

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