Journalistische Ethik – heute: ZDF (Update)

Das Image des Journalismus ist inzwischen (auch) bei mir, gelinde gesagt, angeschlagen. Gleichzeitig habe ich die Tendenz, alle von mir wahrgenommenen journalistischen Fehlleistungen als eine Art persönliche Verletzung zu empfinden. Denn: obwohl ich schon seit vielen Jahren nur noch sporadisch journalistisch tätig bin, identifiziere ich mich noch immer stark mit dem Journalismus, respektive mit dem, was ich als journalistische Ethik erachte: eine kritische Berichterstattung auf der Basis einer „ergebnisoffenen“ Recherche und ein fairer Umgang mit den Kritisierten – nicht nur während der Recherche, sondern auch in der Publikation.

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Konfliktmineralien, NGO-PR, Medien und Facebook

Gestern habe ich meinen neusten Contextlink-Beitrag zur Kampagne „Sauberes Gold“ auf Facebook gepostet. Heute morgen fand sich unmittelbar über meinem Post ein Werbespot – korrekt mit dem Vermerk „gesponsert“ –  der US-amerikanischen NGO Human Rights Watch HRW.

Inzwischen haben wir ja begriffen, dass Facebook solche Werbung nicht zufällig  schaltet. Es kann also davon ausgegangen werden,  dass auch die PR-Kampagne von HRW nicht zufällig auf Schweizer Facebookseiten auftaucht und speziell auf Seiten von Leuten wie mir, die wohl dem Zielprofil der Kampagne entsprechen.
Ganz offensichtlich läuft da anlässlich der Uhren- und Schmuckmesse in Basel eine grössere Kampagne, für die sich, wohl naiverweise, auch das Schweizer Fernsehen SRF hat instrumentalisieren lassen.  Die „Expertin“ von HRW hatte jedenfalls einen wertvollen PR-Auftritt im wichtigsten Schweizer Medium.

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Sauberes Gold: Gut gemeint. Oder: Die Naivität der Mainstreammedien

Screenshot Tagesschau SRF

Screenshot Tagesschau SRF

In Basel ist Uhren- und Schmuckmesse (wie lange noch?). Die Tagesschau von SRF, immer auf der Suche nach einem Beitrag, der nicht einfach als Werbespot für eine kommerzielle Messe durchgeht, hat versucht, einen Hintergrundbeitrag zum Thema Konflikt-Mineralien, speziell Gold zu machen – und lässt sich dabei für die Propaganda der „Grossen“ im Schmuckgechäft instrumentalisieren. Ich frage mich wie häufig: ist es bloss Naivität oder schlicht Ignoranz?

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Bad News aus dem Kongo für die Zukunft der Elektroautos

Die Preise für Elektroautos drohen teurer zu werden als gehofft/geplant. Der Grund: Der Preis für Kobalt, eines der wichtigsten Metalle in den Batterien der Elektroautos, dürfte ab morgen massiv steigen.

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Verräterische Sprache der SRF-Tagesschau?

Immer wieder erschrecke ich über die Sprache des Schweizer Fernsehens SRF.
Ich empfehle den Verantwortlichen der Newssendung von SRF dringend, nicht nur Elisabeth Wehlings gescheites Buch „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet  und daraus Politik macht“ zu lesen, sondern appelliere auch an ihre Verantwortung, ihre Mitarbeitenden zu eine sprachlichen Haltung zu verpflichten.
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Heini Wolleb im Kongo

Heini Wolleb, eidgenössischer Held der Schlacht bei Frastanz 1499

Ich komme eben zurück aus dem Kongo (DRC). Dort habe ich viel an Heini Wolleb gedacht. Er war zwar nie in Afrika, aber ich bin überzeugt, ihm käme Einiges im heutigen Kongo vertraut vor:

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Westworld

Szene Westworld (Bild HBO)

Aufregend, absolut empfehlenswert: Westworld, die aktuelle Serie von HBO.  Für mich besonders spannend: offensichtliche Parallelen zur Thematik meines Buches (in Arbeit).

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„Ist der Ruf erst ruiniert, …“ oder Information hilft nicht

Täglich gehen via meine Twitterbox (attraktiv aufbereitet über Flipboard) neue Horrorgeschichten über den mächtigsten Mann der Welt ein. Nicht das, was in der Tagesschau kommt, sondern Hintergründe über die Schein-Welt, in der Donald Trump lebt, Informationen darüber, wie er die Welt wahrnimmt, wie er denkt und funktioniert. Heute haben ich diesen Artikel in meinem Flipboardarchiv abgelegt: „A Look how Trump gets his News:

Dazu 6 Anmerkungen:

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Unsere Medien und der Krieg in Nahost

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Urs Gasche hat auf InfoSperber ein Stück zur problematischen Berichterstattung der Medien zum Krieg im Nahen Osten geschrieben, das mir aus dem Herzen spricht. In einer langen Liste von 23 Beispielen illustriert er, wie unsere Medien sich von der westlichen Propaganda manipulieren lassen – entgegen der Erfahrung aus den noch nicht so fernen Kriegen in Vietnam, Afghanistan und zweimal Irak, „dass auch die westliche Kriegsführung die Öffentlichkeit belügt“.

Ich möchte versuchen aus meiner persönlichen Erfahrung zu erklären, warum die Medien und ihre Journalisten sich manipulieren lassen:

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Die Demokratie hinterfragen

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Während sich Medienkritiker und andere Sittenwächter des „Qualitätsjournalismus“ am Sündenfall der Porschereklame „Courage changes everything“ der NZZ vom vergangenen Samstag verlustieren, zeigt die „NZZ am Sonntag“ tatsächlich Mut: Ihr Chefredaktor Felix Müller verlangt in seinem Beitrag „Die Demokratie am Pranger“ eine Reform der Schweizer Demokratie – und keiner nimmt (bisher?) den Faden auf.  Dabei gäbe dies doch Stoff für klickfördernde Schlagzeilen wie z.B: „Die NZZ will die direkte Demokratie untergraben“ oder so ähnlich. – Und solchen medialen Lärm könnte wir nun wahrlich gebrauchen, weil damit eine dringend nötige und hochrelevante Diskussion angestossen würde.

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