Von Apokalyptikern und Utopisten

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Ich tausche mich immer mal wieder mit meinem Freund Feinstein aus. Über Gott und die Welt, einfach über alles, was uns bewegt, politisch.
Jüngst hat er das geschrieben:

Hoi Andrea

dieses Buch müsste Dich interessieren:
http://www.theguardian.com/books/2016/apr/15/neoliberalism-ideology-problem-george-monbiot
George Monbiot’s How Did We Get into This Mess? is published this month by Verso. 

Gruss
Feinstein

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Meine Antwort:

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Heilsamer Schock für Europa?

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„In der Geschichte haben sich Staaten immer dann zusammengeschlossen, wenn es um Fragen von Leben und Tod ging“
, hat der britische Historiker Brendan Simms 2013 in einem Interview mit dem Spiegel gesagt. Es brauche einen „Schock von aussen“. Dieser könne viele Formen annehmen: “ … ein Akt von Terroristen, die Bedrohung des Baltikums durch die Russen oder ein Konflikt über Energielieferungen.“

Den Schock des Terrorismus haben wir heute definitiv. Die Anschläge von Paris im vergangenen November und von Brüssel diese Woche als Chance für Europa also?

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Leuchtturm: „The scariest thing about Brussels is our reaction to it.“

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Simon Jenkins,  Kolumnist des Guardian und der Huffington Post, hat den wütenden Artikel geschrieben, den ich selber gerne geschrieben hätte: „The scariest thing about Brussels is our reaction to it.“ Dazu ein Untertitel: „Paranoid politicians, sensational journalists – the Isis recruiting officers will be thrilled at how things have gone since their atrocity in Belgium.“

Selbstverständlich ist der ganze Artikel lesenswert, Satz für Satz. Hier einige Ausschnitte:

 „The atrocities in Brussels happen almost daily on the streets of Baghdad, Aleppo and Damascus. Western missiles and Isis bombs kill more innocents in a week than die in Europe in a year. The difference is the media response. A dead Muslim is an unlucky mutt in the wrong place at the wrong time. A dead European is front-page news.“ Continue reading

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Kriegsschauplätze

Damaskus, Ankara, Nairobi, Suruç, Sousse, Paris, Waziristan (Pakistan), Beirut, Sanaa (Jemen), Aleppo, Mogadishu, Bamako, Sinai (Ägypten), Baghdad, Grand-Bassam (Elfenbeinküste), Istanbul, Brüssel, … (wird fortgesetzt).

Link: „Unser Krieg“

PS:
Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Die Islamische Staat IS wird noch gebraucht

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Getötete IS-Kämpfer im Raum Aleppo (Bild Farsnews)

Militärisch scheint das Ende des Kalifats des IS im Norden und Osten Syriens nahe. (Viel Infomaterial dazu sammle ich im Flipboard-Magazin „The Syria Mess“).
Die offizielle syrische Armee mit der Luftunterstützung russischer Kampfjets und die syrischen Kurden unter dem Luftschirm der US-Airforce rücken immer weiter in das vom IS gehaltene Gebiet im Norden und Osten Syriens vor (siehe Karte weiter unten) und die Eroberung der „Hauptstadt“ des Khalifats, Raqqah, wäre militärisch wohl schon sehr bald möglich.

Doch jetzt sollen sich die USA und Russland auf einen raschen Waffenstillstand geeinigt haben, den auch Syriens Präsident Assad zu akzeptieren bereit ist.

Damit würde das oberste Ziel der internationalen Gemeinschaft, das alle am Krieg beteiligten Parteien bisher angeblich verfolgt haben, fallen gelassen, kurz bevor es erreicht ist – zumindest bis auf Weiteres: Die Vernichtung des Khalifats des IS im Norden Syriens – und die Wiederherstellung der Integrität Syriens.

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Syrien: Die Mär von den gemässigten Rebellen

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Saudi Arabien setzt seine Politik der Finanzierung und Bewaffnung der syrischen Islamisten fort. Wie der Spiegel heute berichtet, wollen die Saudis „moderaten“ Rebellen Bodenluftraketen zukommen lassen, welche es ihnen erlauben sollen, russische Flugzeuge und solche der regulären syrischen Armee abzuwehren.

Dass es solche „gemässigten“ Rebellen nicht gibt, belegt heute die Tony Blair Foundation in einer vertieften Studie der wichtigsten 48 Rebellenorganisationen, die in Syrien gegen die Regierungsarmee kämpfen: If the Castle Falls: Ideology and Objectives of the Syrian Rebellion“.

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Europa als „Ground Zero“ der Geopolitik 2016?

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Eine erschreckende Sicht von aussen auf Europa: Nouriel Roubini, renommierter Wirtschaftsprofessor aus den USA, äussert den Verdacht, nicht etwa das Chaos im Mittleren Osten oder ein sich verschärfender Konflikt mit Russland oder eine eskalierende Asienkrise rund um den Dualismus China-USA könnten das Hauptproblem der Geopolitik 2016 sein, sondern Europa.

„It is Europe that may turn out to be the ground zero of geopolitics in 2016.“

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Schweiz bedroht internationalen Finanzmarkt

Screenshot Straftor

In der Schweiz kaum bemerkt, international gefürchtet: die Vollgeldinitiative des Vereins Monetäre Modernisierung. Seit 3 Tagen hält der Artikel „The International Banking System Faces an Existential Threat“ die Top-Position auf der Frontseite des Portals des renommierten US-amerikanischen Nachrichtendiensts Straftor, welcher wegen seinen guten Beziehungen zu den US-Geheimdiensten auch als „Schatten-CIA“ bezeichnet wird. „Eine existentielle Bedrohung für das internationale Bandensystem“.

„If the Swiss proposal catches on around the world, it could shred core business assumptions that have underpinned the banking model over the past three centuries.“

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In Europas Interesse: Eine langfristige Strategie für Nahost

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Wiener Syrien-Gespräche Nov. 2015

Die Flüchtlingsproblematik und die Anschläge von Paris haben auch einen positiven Effekt: Uns Europäern wird bewusst, dass uns der Krieg in Nahost etwas angeht; mehr noch: dass wir uns in unserem eigenen Interesse engagieren müssen.

Frankreich kommt das Verdienst zu, die Europäer jetzt in dieses Nahostengagement zu drängen. Und langsam scheint man auch im Elyséepalast in Paris begriffen zu haben, dass die Zeit der Trauer und Wut mit ihren dem Populismus geschuldeten kriegerischen Reaktionen jetzt langsam vorbei sein muss. Gefragt sind pragmatische Lösungen zur Beendigung des Krieges in Syrien als zunächst vorrangiges Ziel, welches aber nur Sinn macht, wenn man auch klare Vorstellungen und ein Programm für das Danach entwickelt wird. Es geht um nichts weniger als eine Neuordnung des Nahen Ostens. Ein langwieriger, schmerzhafter Prozess. Die Wiener-Gespräche sind dafür bestenfalls ein erster Schritt:

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Strategie der Schweiz gegen den IS: Ein Pakt mit Tunesien

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Zugegeben, der Titel dieses Blogbeitrags ist arg boulevardesk. Aber: Want to Beat Islamic State? Help Tunisia“, titelt das renommierte US-amerikanische Politmagazin Foreign Policy, ergänzt durch den Lead:„One of the best ways to undermine the jihadists is by helping Tunisia prove that democracy offers a better way of life.“

Dies erinnert mich schwer an einen Artikel, den ich 2011 in der skeptoschen Euphorie des arabischen Frühlings geschrieben habe: „Ein Pakt der Schweiz mit Tunesien“. In Anlehnung an eine Idee des Arabienspezialisten Volker Perthes, Direktor  der Stiftung Wissenschaft und Politik, „Ein Pakt für Arbeit, Ausbildung und Energie“, hatte ich damals angeregt, dass die Schweiz einen solchen Pakt mit Tunesien schliessen sollte – als ihr nachhaltiger Beitrag zur Befestigung des arabischen Frühlings.

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